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Wer definiert eigentlich, was mutig ist?

Aktualisiert: 3. Feb.

„Was du in deinem letzten Beitrag geschrieben hast, findest du mutig? Wirklich…!? Ich finde es peinlich, wenn man so etwas als mutig darstellen muss.“


So lautete ein Feedback, das ich per privater Nachricht erhalten habe.


Ich freue mich grundsätzlich über Rückmeldungen zu meinen Beiträgen – auch über kritische. Sie zeigen, dass ein Text etwas auslöst. Gemäss dieser Rückmeldung bin ich also in den Augen einer Leserin eine „Loserin“. Das ist in Ordnung. Denn häufig sagt Feedback mehr über die Person aus, die es gibt, als über jene, die es erhält.


"Was mutig ist können wir nur für uns selbst und aus unserer Sichtweise bestimmen. Wir haben alle unterschiedliche Komfortzonen. Die Grenzen dazu sind mal weiter, mal enger." Eliane Zimmermann - Coachin für mentale Stärke in Sport & Business

Diese Rückmeldung hat mich dazu gebracht, über meine knapp zehn Jahre im Ultracycling nachzudenken. Ich bin nicht als Pionierin der ersten Stunde eingestiegen, aber zu einer Zeit, in der dieser Sport noch deutlich weniger sichtbar war als heute. In den letzten drei bis fünf Jahren hat sich nicht nur die Ultracycling-Szene, sondern die gesamte Ultra- und Extrem-Ausdauerwelt stark verändert – und mit ihr auch die Motive der Menschen, die diese Sportarten ausüben.


Ich beobachte diese Entwicklung nicht nur wohlwollend, sondern auch kritisch – insbesondere aus der Perspektive der mentalen Gesundheit. Es scheint, als müsse alles immer extremer werden. Immer weiter, immer härter, immer aussergewöhnlicher. „Ultra“ allein reicht längst nicht mehr aus.


Viele Menschen scheinen den Sport vor allem dafür zu nutzen, immer neue Grenzen zu verschieben – und andere damit zu „inspirieren“. Inspiration kann wertvoll sein, keine Frage. Geschichten von ambitionierten Zielen können motivieren, Bewegung fördern und zeigen, was möglich ist.


Doch ich stelle mir auch andere Fragen:

  • Wie viele Menschen fühlen sich dadurch entmutigt?

  • Wie viele empfinden ihre eigenen „kleinen“ Runden plötzlich als unbedeutend?

  • Wie viele geraten aus der emotionalen Balance?

  • Wie viele trauen sich nicht mehr, von ihren eigenen Erfolgen zu erzählen, weil sie im Vergleich banal erscheinen?


In meinen Coachings begegne ich genau diesen Kehrseiten. Menschen, die sich klein fühlen, obwohl sie Grosses leisten – gemessen an ihren eigenen Voraussetzungen, Ressourcen und Lebensumständen.


Und das gilt nicht nur für Sportplattformen wie Strava, sondern genauso für das Business und LinkedIn. Auch dort wird oft ein Bild von Erfolg und Mut gezeichnet, das wenig Raum für Zwischentöne lässt. Ich nutze diese Plattformen bewusst – und hinterfrage gleichzeitig immer wieder, wofür und wie ich sie nutzen möchte.


Warum ich (zumindest vorerst) bleibe?

Nicht, um zu beeindrucken. Sondern um zu empowern.


Ich möchte Menschen Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie sich selbst stärken können – sei es durch Impulse, Reflexion oder Coaching. Und ich teile auch meine eigenen Erfahrungen. Nicht, weil sie spektakulär sind, sondern weil sie echt sind. Auch dann, wenn sie in den Augen anderer „klein“ wirken.


Ich teile bewusst auch Beispiele, in denen ich mutig war – aus meiner Perspektive. Auf die Gefahr hin, dafür belächelt zu werden. Denn wenn das Erzählen von vermeintlich kleinen Geschichten dazu beiträgt, dass andere Menschen stolz auf sich sein dürfen, dann ist genau das der Punkt.


Was zählt, ist nicht, wie mutig etwas für andere wirkt.

Was zählt, ist, was es für uns selbst bedeutet.


 Aus kleinem Anfang entspringen alle Dinge. Cicero.

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