„Es ist, wie es ist.“ – Warum Akzeptanz der Anfang von innerer Stärke ist
- Eliane Z
- 6. Juni 2024
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Feb.

„Es ist, wie es ist.“Diesen Satz hast du vermutlich schon oft gehört. Vielleicht konntest du ihm zustimmen. Vielleicht hat er aber auch Widerstand, Ärger oder Hilflosigkeit ausgelöst – weil sich das, was gerade ist, alles andere als leicht anfühlt.
In diesem Blog geht es um Akzeptanz – die zweite Säule im 7-Säulen-Resilienz-Modell – und darum, weshalb sie ein zentraler Schlüssel zu innerer Stärke, emotionaler Balance und persönlichem Wachstum ist.
Warum Akzeptanz so schwer – und so wichtig – ist
Etwas zu akzeptieren kann enorm herausfordernd sein. Und doch ist Akzeptanz oft eine grundlegende Voraussetzung dafür, überhaupt weitergehen zu können. Ohne Akzeptanz bleiben wir innerlich gebunden: an Vergangenes, an Unveränderliches, an Schmerz.
Wenn wir eine Situation nicht annehmen können, geraten wir leicht in eine Endlosschleife aus Hadern, Wut, Schuldgefühlen oder Verzweiflung. Diese inneren Zustände binden Energie – und können auf Dauer Leid erzeugen. Akzeptanz hingegen markiert den Punkt, an dem Bewegung wieder möglich wird.
Radikale Akzeptanz – was sie bedeutet (und was nicht)
In der Psychologie wird Akzeptanz häufig im Zusammenhang mit radikaler Akzeptanz beschrieben. Gemeint ist damit die innere Bereitschaft, die Realität so anzunehmen, wie sie im Moment ist – mit all ihren Höhen und Tiefen.
Radikale Akzeptanz bedeutet:
schmerzhafte Gefühle zuzulassen, ohne sie sofort verändern zu wollen
die aktuelle Realität für den Moment anzunehmen
aufzuhören, gegen das Unveränderliche anzukämpfen
Radikale Akzeptanz bedeutet nicht, gleichgültig zu sein oder eine Situation gutzuheissen. Sie bedeutet auch nicht Resignation. Vielmehr schafft sie die innere Grundlage, um aus der Realität heraus neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Erst wenn wir akzeptieren, was ist, können wir loslassen – und uns der Zukunft zuwenden.
Akzeptanz als Schlüssel zu emotionaler Balance und Wachstum
Akzeptanz ist eine innere Kraft, deren Bedeutung oft unterschätzt wird. Sie öffnet den Raum für innere Ruhe, Klarheit und Stabilität – und stärkt damit unsere Resilienz.
Besonders herausfordernd ist häufig die Akzeptanz des eigenen Selbst: der eigenen Grenzen, Schwächen, Verletzlichkeiten. Wer wünscht sich nicht, an gewissen Stellen anders zu sein oder Vergangenes ungeschehen zu machen?
Indem wir uns jedoch erlauben, uns selbst und andere in ihrer Ganzheit anzunehmen, lösen wir inneren Widerstand. Energie, die zuvor im Kampf gegen das Unveränderliche gebunden war, wird frei – für Entwicklung, Lernen und konstruktives Handeln.
Akzeptanz ist damit keine passive Haltung, sondern ein aktiver, kraftvoller Prozess.
Akzeptanz im 7-Säulen-Resilienz-Modell
Im 7-Säulen-Resilienz-Modell nimmt Akzeptanz eine zentrale Rolle ein. Sie steht in direkter Verbindung zu den anderen Grundhaltungen – insbesondere zum Optimismus.
Eine optimistische Grundhaltung kann Akzeptanz erleichtern: Wer darauf vertraut, dass sich Situationen verändern dürfen, ist eher bereit, das Jetzt anzunehmen. Optimismus schenkt Zuversicht – auch die Zuversicht, dass Schmerz mit der Zeit nachlassen oder handhabbar werden kann.
Aus dieser Akzeptanz heraus öffnet sich der Weg zur Lösungsorientierung – der dritten Grundhaltung im Resilienzmodell. Erst wenn wir anerkennen, was ist, können wir gezielt gestalten, was werden soll.
Mehr dazu im nächsten Blog.
Abschliessender Gedanke
Akzeptanz beendet nicht den Schmerz sofort – aber sie beendet den Kampf dagegen. Und genau darin liegt ihre transformierende Kraft.



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